Die Gaspreise
Kategorie: Energie
Mehr als 800 Gasanbieter konkurrieren zur Zeit auf dem deutschen Gasmarkt. Die Gaspreise sind ähnliche vielfältig wie die Versorger. Der liberalisierte deutsche Gasmarkt sollte für die Gasverbraucher günstige Gaspreise mit sich bringen. Das dieser Zustand noch lange nicht erreicht ist, kann nicht nur mit Wettbewerbsmängeln entschuldigt werden. Die verantwortlichen Politiker haben schlicht die Trägheit der Verbraucher unterschätzt.
Denn anstatt günstige Gastarife zu wählen, bleibt der Großteil der deutschen Gasverbraucher in der Grundversorgung und damit beim Gasanbieter vor Ort. Diese Ausgaben stellen zwar in vielen Fällen eine Investition in die unmittelbare Umgebung dar, der Preistrend für diesen Gastarif zeigt allerdings stetig nach oben. Sei es aus Angst vor einer Lücke in der Gasversorgung oder Misstrauen gegenüber vermeintlich neuen Gasanbieter, der unterlassene Gasanbieterwechsel kostet die Verbraucher einen hohen Preis.
Die Gaspreise setzen sich aus unterschiedlichen Teilen zusammen. Für Gasverbraucher ist die Aufteilung in einen Grundpreis und einen Arbeitspreis von Bedeutung. Der Grundpreis ist vergleichbar mit einer Grundgebühr. Dieser Teil des Gaspreises kann – je nach Versorger – Verbrauchsabhängig variieren. Doch in den meisten Fällen stellt der Grundpreis eine konstante Größe dar. Der Arbeitspreis variiert dagegen je nach Höhe des Gasverbrauchs. Jede verbrauchte Kilowattstunde Erdgas, die der Gaszähler registriert schlägt sich am Ende auf der Gasabrechnung nieder.
Für Gasanbieter setzen sich die Bestandteile der Gaspreise anders zusammen. Dabei stellt die Energiebeschaffung einen nicht unerheblichen Kostenanteil dar. Denn nicht jeder Gasanbieter produziert das angebotene Gas selbst. Die meisten Gasanbieter kaufen das Erdgas von Erdgas-Förderern und sukzessive häufiger auch Biogas von Biogas-Herstellern ein. Der Verwaltungsaufwand, Durchleitungskosten beim Gasnetz und die Messung verursachen mehr als ein Viertel der Gaskosten. Auch der Staat ist an den Gaspreisen nicht ganz unschuldig. Mit der Umsatzsteuer, Energiesteuern und Konzessionsabgaben schöpft der deutsche Staat im Jahr 2008 etwa 22,3 Prozent der Gaseinnahmen ab.
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